Arbeitsplatzproduktivität im modernen Unternehmen: Ein neues Business-Bild entsteht

In meinen beiden vorausgehenden Blogs ging es um die Zusammenarbeit von Teams und die Entwicklung von Geschäftskompetenzen durch den Einsatz moderner Arbeitsplatztechnologien.

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Mein letzter Blog in der Serie handelt von der revolutionären Kraft neuer Geschäftsmodelle unter Verwendung neuer Technologien und deren Auswirkungen auf die Arbeitspraxis und die Unternehmensergebnisse. Beispiele aus dem Transport- und Gesundheitswesen zeigen eindrucksvoll, wie moderne Unternehmen mit kompetenten, vernetzten Kunden, innovative Wege beschreiten, um neue Unternehmenswerte zu schaffen.

Das Volumen und der einfache Zugriff auf Daten und Informationen stellen dabei die größte Antriebskraft moderner Unternehmen dar. Von großer Bedeutung sind die damit verbundenen tiefgreifenden Auswirkungen auf die Kundenbeziehungen. Denn Kunden verfügen über zahlreiche Informationen auf Knopfdruck und wissen viel – vielleicht sogar mehr als die Mitarbeiter – über Produkte und Services.

Dieser Zugang zu Informationen und Wissen verändert das Verhalten der Kunden und Bürger. Sie sind nicht länger bereit, auf Services, Beratung oder Produkte zu warten. Sie wissen genau, was sie wollen und wann sie etwas brauchen. Moderne Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter daher mit denselben Werkzeugen ausstatten und sie mit demselben Kundenerlebnis vertraut machen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollte den Angestellten der richtige Zugang zu Informationen über die geeigneten Endgeräte und Anwendungen zur Verfügung gestellt werden, die sicher in das Informationssystem eingebunden sind. Damit erreichen Sie, dass Ihre Mitarbeiter die richtigen Entscheidungen treffen und einen besseren Kundenservice bieten können.

Bahnreiseunternehmen setzt auf Datenanalyse-Plattform

Einer unserer Kunden, ein Bahnreiseunternehmen, wollte seine Schaffner mit denselben Informationen versorgen wie seine Kunden. Der Betreiber war seinen Kunden gegenüber im Nachteil, weil diese mehr Informationen über Verspätungen und Ausfälle hatten als die eigenen Schaffner. Durch die Ausstattung mit Smartphones und Geschäftsanwendungen sollte dieser Missstand behoben werden. Das Unternehmen wollte aber seine Schaffner mit noch mehr Informationen versorgen, als sie den Kunden zur Verfügung stehen, damit sie eine noch bessere Beratung bieten können.

Enterprise Services schlug dem Kunden eine Datenanalyse-Plattform vor, die den Zugriff auf Daten aus dem Netzwerk und System des Betreibers ermöglicht und auf der die Daten konvertiert werden, damit die Schaffner sie nutzen können. Dank den Daten aus früheren Vorgängen können die Schaffner nun beurteilen, wie lange Unterbrechungen voraussichtlich dauern werden, außerdem können sie ihren Kunden auch gleich Informationen über Ausweichfahrpläne von Bussen geben oder gegebenenfalls einen Gutschein ausstellen, damit sie gut ans Ziel kommen. Mit diesen Services erhöht der Anbieter die Kundenzufriedenheit.

Allerdings reicht es nicht aus, den Schaffnern einfach einen Zugang auf eine Webseite zu ermöglichen oder eine Reihe einfacher Apps auf deren Telefonen zu installieren. Vielmehr geht es darum, entscheidende Informationen aus zuverlässigen Quellen zu generieren, diese mit historischen Daten zu verbinden und sie den Schaffnern in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen. Im Falle einer Unterbrechung wissen die Mitarbeiter, welche Bereiche genau davon betroffen sind, was zu tun ist und wie lange eine Unterbrechung dauern wird, was für die Reisenden die wohl wichtigste Information sein dürfte. Diese Art moderner Unternehmenstransformation ist für viele Organisationen wünschenswert, die zwar viele Daten haben, jedoch nur wenige davon verwerten können.

Telemedizin verändert Gesundheitsversorgung

Ein anderes Beispiel für die weitreichenden Veränderungen liefert die Telemedizin. Der Einsatz von Technologie wirkt sich auf die Gesundheitsversorgung in vielerlei Hinsicht aus. Beispielsweise können Fachärzte dank Telemedizin im Krankenwagen extrem schnell und direkt mit dem Unfallort verbunden werden, wodurch sich die Überlebenschancen der Unfallopfer deutlich erhöhen. Allerdings stellt Technologie auch bestehende Geschäftsmodelle in Frage, wenn beispielsweise die Vergütung abhängig ist von Prozessen, die in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen und diese nun durch den Technologieeinsatz verändert wird.

Effizienz und Kostensenkungen in der Gesundheitsversorgung gehören zu den großen Errungenschaften der Telemedizin. Dank Telemedizin erfolgt die Behandlung von Leiden weitaus schneller als bisher, wie beispielsweise im Fall von Hirnblutungen oder beim Einsatz von Ballonkathedern bei einer Herzinsuffizienz. Der Krankenwagen wird zum virtuellen Behandlungszimmer und das Krankenhaus sowie der Operationssaal können sich schon während der Fahrt exakt auf die jeweiligen Fälle vorbereiten. Auch andere Kosten lassen sich einsparen, wenn beispielsweise ein Krankenwagen ein Krankenhaus mit einem Unfallopfer anfährt, um dann vor Ort zu erfahren, dass er an eine andere Fachklinik weitergeleitet wird. Diese unnötigen Anfahrten entfallen.

Das aktuelle Abrechnungssystem für Krankenhäuser und Rettungsdienste wird diesen Veränderungen nicht mehr gerecht. Aus diesem Grund diskutieren alle Beteiligten – Krankenhäuser, praktische Ärzte, Rettungsdienste und Versicherungen – darüber, wie man Anreize für neue Geschäftsmodelle mit Telemedizin schaffen und wie ein Honorarsystem dafür aussehen kann.

Am Beispiel des Gesundheitssystems zeigt es sich anschaulich, was erreicht werden kann, wenn man Mitarbeiter miteinander vernetzt und ihnen die geeigneten digitalen Werkzeuge und Daten zur Verfügung stellt. Außerdem wird daran deutlich, dass sich die Geschäftsprozesse verändern und dass Abrechnungs- und Vergütungssysteme überprüft werden müssen. Dieser radikale Umdenkungsprozess findet derzeit in nahezu allen Branchen statt. So auch im Chemiebereich, wo große Hersteller im landwirtschaftlichen Bereich ihren Bauern auf Basis gemeinsamer Datenbanken, Videozuspielungen und anderen digitalen Mitteln Beratung, Zugang zu Krediten und Services zur Ertragsoptimierung anbieten.

Neukonzeptionierung des Geschäfts

Führungskräfte in allen Organisationen und Industrien sind häufig zu sehr mit ihren Aufgaben befasst, als dass sie radikal neue Alternativen erkennen können. Wir unterstützen sie dabei, einen Schritt zurückzugehen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was alles möglich ist. Moderne Unternehmen betrachten gut informierte Kunden nicht als Problem, sondern als Chance. Es gibt viele Möglichkeiten, mit Kunden, die online nach Informationen über Produkte und Services suchen, zu interagieren. Jede Beratung, jede Unterstützung und jeder Service, der während der Internetsuche an den unterschiedlichen Punkten erbracht wird, stärkt die Marke.

Unternehmen sollten darüber nachdenken, wie sie bestehende Prozesse mobil machen können. Auch hier hat Enterprise Services die passende Lösung. Ein Hersteller von Warenautomaten für Kaffee wollte die Effizienz bei den Arbeitsabläufen und den Bestandsänderungen erhöhen, indem er die Mitarbeiter mit Smartphones ausstattete. Nachdem wir den Workflow abgebildet haben, schlugen wir stattdessen vor, die Warenautomaten über IoT-Technologien (Internet of Things) mit dem Internet zu verbinden und sie damit „smarter“ zu machen. Sobald Zucker oder Milch aufgebraucht sind wird der zuständige Mitarbeiter von dem smarten Automaten informiert und kann die entsprechenden Produkte rechtzeitig nachfüllen.

Enterprise Services führte bei dem Kunden zehn Workshops durch, um die Geschäftszweige und das Führungspersonal zu schulen. Wir verfolgen dabei stets den Ansatz zu prüfen, wie das Geschäft mit einem digitalen Modell und modernen Werkzeugen funktionieren kann. Mit den Verantwortlichen wird darüber diskutiert, was sie davon abhält und welche Möglichkeiten sie ins Auge fassen sollten. Dabei werden Prozesse identifiziert, die verändert werden müssen. Zusammen mit Industrieexperten, einem Geschäftsanalysten, einem Anwendungsentwickler und einem Moderator wird im Workshop dargestellt, wie ein möglicher Prozess von A bis Z ablaufen kann. Anschließend wird ein Prototyp für eine mobile Anwendung entwickelt und ein erstes Geschäftsszenario entwickelt.

Nach dem Workshop liegt den Beteiligten ein konkretes Unternehmensplanspiel vor, mit dem sie die Finanzierung und die komplette Entwicklung vorantreiben können. Wir stellen immer wieder fest, dass die Geschäftsleitung ab diesem Moment auf die Idee anspringt und sie möglichst schnell umgesetzt haben will. Der Prozess ist informationsreich und intensiv, aber er führt zu einer neuen Betrachtungsweise und dem freien Austausch von Ideen, die sich positiv auf das Unternehmen auswirken.

 

Der Autor:

Chris Moyer, CTO HPE Enterprise Services

Chris Moyer is the DXC Technology Chief Technology Officer for the business group and leads the Enterprise Services Mobility and Workplace practice. As the CTO, Chris leads a trusted group of technical advisors, providing technology roadmaps, applying innovation and governing solutions that deliver business outcomes for clients. As the leader of the Mobility and Workplace Practice, he is responsible for establishing the services portfolio Enterprise Services clients use as the window into their information – whether in an office or on the road. Supporting over 500 different clients and 6 million devices, the Practice provides CIOs with secure delivery of information assets to their organizations and customers. Chris Moyer is currently also working with Microsoft on a joint Go to Market strategy.